Die Präventions- und Aufklärungsarbeit von YUNA Westfalen-Lippe hat 2025 deutlich an Bedeutung gewonnen. Durch eine neue Website und mehrsprachige Flyer konnte die Fachstelle ihre Reichweite erheblich erhöhen. Die Materialien wurden u.a. an BAMF-Außenstellen, Geflüchteten-Unterkünfte und zahlreiche Beratungsstellen verteilt. „Wir merken, wie wichtig niedrigschwellige Informationen sind“, erklärt eine Mitarbeiterin. „Viele Betroffene erfahren erst dadurch, dass es spezialisierte Unterstützung gibt.“
Ein Schwerpunkt lag auf der Arbeit in Communities. Da viele Gruppen selbstorganisiert sind und sich nicht öffentlich präsentieren, gestaltete sich der Zugang teilweise schwierig. Dennoch gelang es YUNA, Veranstaltungen in togoischen und guineischen Gruppen durchzuführen. Für Anfang 2026 ist ein weiterer Austausch in einer koptisch-orthodoxen Gemeinde geplant. Diese Arbeit ist zentral, um FGM/C langfristig zu verhindern und kultursensible Präventionsansätze zu stärken.
Mit dem YUNA-Café wurde ein neues Angebot geschaffen, das Begegnung, Austausch und Empowerment ermöglicht. Die Teilnehmerinnen bestimmen die Themen selbst, wodurch ein geschützter Raum entsteht. Kreative Workshops, etwa Malkurse, förderten Selbstvertrauen und Gemeinschaftsgefühl.
Parallel dazu wurde die Netzwerkarbeit weiter ausgebaut. YUNA stellte ihre Arbeit in verschiedenen Fachgremien vor, darunter im Netzwerk für reproduktive Gesundheit NRW und in Einrichtungen der Frauen- und Mädchenarbeit. Diese Vernetzung stärkt die regionale Versorgung und erleichtert die Vermittlung in spezialisierte Angebote.
Ein weiterer präventiver Schwerpunkt betrifft das Asylverfahren. Viele Betroffene wissen nicht, dass FGM/C als geschlechtsspezifische Verfolgung anerkannt werden kann. „Es ist entscheidend, dass Frauen schon vor der Anhörung gut informiert sind“, betont eine Beraterin. YUNA setzt sich dafür ein, dass FGM/C im Asylkontext stärker berücksichtigt wird.
Seit November 2023 gibt es in Herford in der Trägerinnenschaft der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. (EFHiW) YUNA Westfalen-Lippe. Die Fachstelle ist Teil des NRW-weiten Projekts YUNA NRW zur Prävention von weiblicher Genitalbeschneidung und wird vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration NRW gefördert. Weitere Informationen unter www.yuna-westfalen-lippe.de